Curriculum
Die Weiterbildung baut auf der Selbsterfahrung der jeweiligen Ausbildung auf. Eine Grundausbildung in einer psychodynamischen Methode ist dabei von Vorteil.
Die Weiterbildung wurde mit 60 ECTS-Punkten bewertet, davon 30 für EKKT.
Das Weiterbildungscurriculum selbst setzt sich aus sechs Elementen zusammen:
Im Lehrgang der Akademie enthalten:
- Theorie - Teil 1: Säuglinge und Kleinkinder, Teil 2: Kinder und Jugendliche
- Klinische Fallarbeit – eigenständiges Arbeiten
- Gruppensupervision von eigenen Fällen
- Selbststudium
Extern zu absolvieren:
- Infant Observation nach Esther Bick (IO)
- Einzelsupervision von eigenen Fällen
Wir unterstützen Sie gerne bei der Organisation zur Absolvierung der IO, der Einzelsupervision und der Sondierung von Anrechnungsmöglichkeiten.
Module Teil A (EKKT)
Modul 1: Einführungstag (SA, 19.09.2026)
Lehrende: Valerie Curen, Sabine Fiala-Preinsperger
- Einführung in die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie mit Säuglingen, Kleinkindern und Eltern. Möglichkeiten und Grenzen, Rahmenbedingungen
- Kennenlernen der TeilnehmerInnen, Gruppenbildung
Modul 2: Schwangerschaft, Geburt, Elternschaft (FR, 27.11.2026 & SA, 28.11.2026)
Lehrende: Thomas Elstner, Karin Lebersorger
- Die unbewusste Bedeutung von Schwangerschaft und Geburt
- Psychische Umgestaltung in der Schwangerschaft, das imaginäre Kind
- Die postpartale Zeit und ihre Konfliktfelder
- Veränderungen der Paarbeziehung, von der Dyade zur Triade
- Psychische Implikationen der Reproduktionsmedizin
- Geschwisterkinder, alleinerziehende Elternteile
- Pflege- und Adoptivfamilien, Regenbogenfamilien
Modul 3: Psychoanalytische Grundbegriffe (FR, 08.01.2027 & SA, 09.01.2027)
Lehrende: Liana Giorgi, Alexander Schwetz
- Das Unbewusste, Psychischer Konflikt, Abwehrmechanismen Psychosexualität
- Übertragung, Gegenübertragung
- Beziehung, Bindung, Interaktion
- Identifizierung, Projektion, projektive Identifizierung
- Psychische Strukturen und Repräsentanzen
- Symbolisierung und spielerische Kreativität
- Regression, Psychisches Trauma
Modul 4: Psychoanalytische Entwicklungstheorien 1 (FR, 16.04.2027 & SA, 17.04.2027)
Lehrende: Valerie Curen, Karin Lebersorger
- Abriss der Säuglingsforschung und der Entwicklungsdiagnostik
- Triebtheorie, Objektbeziehungstheorie
- Entwicklung der Symbolisierungsfähigkeit, der Sprache und des kindlichen Spiels
Modul 5: Technik der psychoanalytischen Therapie mit Säuglingen/Kleinkindern und ihren Eltern – EKKT (FR, 04.06.2027 & SA, 05.06.2027)
Lehrende: Gertraud Diem-Wille, Egon Garstick
- Konzepte, Leitlinien, Technische Prinzipien
- Die besondere Wirkung der frühen gemeinsamen Therapie
- Die besondere Sprache mit dem Säugling und Kleinkind
- Veränderung elterlicher und kindlicher Projektionen
- Psychotherapieforschung
Modul 6: Risikokonstellationen (FR, 12.11.2027 & SA, 13.11.2027)
Lehrende: Thomas Elstner, Sabine Fiala-Preinsperger
- Frühgeborenes Kind, entwicklungsbeeinträchtigtes Kind
- Normale und abweichende neuropsychologische Entwicklung in den ersten Lebensjahren – Grenzsteinkonzept
- Körperlich und seelisch kranke Eltern
- Elterliche Gewalt, Kinderschutz
- Erkennen von Interaktionspathologie
- Säuglingspsychosomatik
- Umgang mit der spezifischen Gegenübertragung bei Risikokonstellationen
Modul 7: Klinische Illustrationen zu Praxis und Behandlungstechnik (FR, 24.03.2028 & SA, 25.03.2028)
Lehrende: Gertraud Diem-Wille, Sabine Fiala-Preinsperger
- Indikationsstellung, Settingfragen
- Herausarbeiten der zentralen Konflikte und deren Deutung
- EKKT als Kurztherapie oder als diagnostisches Instrument
- Indikationen zur Weiterbehandlung der Kinder im Einzelsetting
- Indikationen zur Empfehlung einer individuellen Therapie der Eltern
Freitag jeweils 16.00-19.30, Samstag jeweils 09.00-17.00
Module Teil B
Modul 8: Psychoanalytische Entwicklungstheorien 2
Lehrende: Valerie Curen, Karin Lebersorger
- Psychische und körperliche Umgestaltung in der Latenz, Übergang von der Familie in die Schule, selbständiger Wissenserwerb, spezifische Konflikte und Abwehrmechanismen
- Psychisches Erleben der pubertären Veränderungen in der Adoleszenz, ihre Bewältigung und Integration in das Selbstbild.
- Adoleszente Entwicklungsaufgaben im Hinblick auf Geschlechtsidentität, Möglichkeiten einer sexuellen Partnerschaft und gesellschaftliche Identität (einen Platz in der Welt finden)
- Reaktionen in der inneren Welt der Eltern, phasenspezifische Herausforderungen und krankheitswertige Entwicklungen
Modul 9: Erstkontakt und Diagnostik
Lehrende: Valerie Curen, Sabine Fiala-Preinsperger
- Psychoanalytische Zugänge zu Kindern und Jugendlichen, Technik, Vertrauensaufbau
- Erstinterview: Gegenübertragungsfragen, innere Haltung, prozessorientiertes Fragen, Denk-, Erlebnis- und Deutungsarbeit
- Intersubjektive Beziehungsrealität
- Indikation psychoanalytischer Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
- Therapiebedürftigkeit, Therapiemotivation, Therapiefähigkeit
- Indikatoren für einen höher- oder niederfrequenten psychoanalytischen Prozess
- Therapeutische Ziele
- Vorstellungen von Therapie
- Arbeitsbündnis
- Erstellen eines Therapieantrages
Modul 10: Fallbeispiele zu Entwicklungsabweichungen, Krankheits- und Störungsbilder - Überlegungen zum therapeutischen Prozess
Lehrende: Tania Bednarcik, Karoline Krieger-Lamina
- Neurotische Störungen
- Traumafolgestörungen
- Persönlichkeitsentwicklungsstörungen
- Entwicklungsbeeinträchtigungen
- Psychotische Entwicklungen
Modul 11: Psychoanalytisch orientierte Behandlungstechnik 1 - Kinder
Lehrende: Gertraud Diem-Wille
- Besonderheiten der Kinder- Jugendpsychotherapie
- Anfang, Vereinbarungen, Setting
- Das Spiel in der analytischen Psychotherapie mit Kindern
- Übertragung und Gegenübertragung
- Deutungen, Konstruktionen, Triangulierung
- Abstinenz, Neutralität, Schweigepflicht
- Die Bedeutung und Ausstattung des Raumes
- Elternarbeit
Modul 12: Psychoanalytisch orientierte Behandlungstechnik 2 - Jugendliche
Lehrende: Liana Giorgi
- Psychoanalytische Krisenintervention
- Psychoanalytische Behandlungstechnik bei Jugendlichen
- Der analytisch-therapeutische Prozess bei Jugendlichen
- Der analytisch- therapeutische Prozess bei traumatisierten Jugendlichen, Intervention und Deutung
- Reflexion der „historischen Wahrheit“
- Einbeziehung der primären Bezugspersonen (Eltern, Pädagogen...)
Modul 13: Systeme und Nahtstellen
Lehrende: Thomas Elstner, Karoline Krieger-Lamina
- Zusammenarbeit mit anderen im Feld tätigen Einrichtungen
- Niedergelassene und institutionelle Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Schule, Kindergarten, Wohneinrichtungen, funktionelle TherapeutInnen, Krankenkassen, Kinder- und Jugendhilfe. Vorgehen bei Kindeswohlgefährdung.
- Daraus entstehende Einflüsse und Komplikationen für die psychotherapeutische Arbeit
- Zusammenarbeit unter Wahrung von Verschwiegenheit und Vertraulichkeit
- Rechtliche und berufsethische Aspekte
Die Termine für Teil B werden zeitgerecht bekanntgegeben.
Änderungen vorbehalten!